Das Theater liegt versteckt unter einer Erdgeschoßwohnung – einem sogenannten Basso - in der Altstadt Neapels.
Papinus Stazius rühmt in einem Brief an seine Frau die Tempelanlagen und einen großen, von Laubengängen umgebenen Platz, vielleicht das einstige Areal des Forums, und bezieht sich ausdrücklich auf zwei große Theater in Neapel, eines im Freien gelegen und eines überdacht. Sie befanden sich auf dem höheren Teil des Forums hinter dem Tempel der Dioskuren.
Heute noch zeugen zwei massive Arkaden an der Via Anticaglia von der Existenz dieses Theaters – die Arkaden waren in römischer Zeit Befestigungsstrukturen seines Äußeren.
Unter der Erde stößt man auf weitere Besonderheiten und mit ein wenig Fantasie läßt sich die Größe dieses Theaters, eines der Bedeutesten seiner Zeit, erahnen.
Sogar Kaiser Nero trat dort öffentlich auf. In dem Theater der Stadt, die als einzige der griechischen Kultur und Sprache treu blieb, trug Nero eigens von ihm komponierte Werke vor.
Antiken Schriften zufolge soll der Kaiser Zuschauer aus dem Volk angeworben haben, um ihm Applaus zu spenden und noch nicht einmal ein Erdbeben vermochte ihn während seiner Auftritte zu unterbrechen.
Svet., Nero 20, 2: Nero gab sein Debüt in Neapel und obgleich das Theater plötzlich durch einen Erdstoß erzitterte, lies er sich davon nicht unterbrechen und vollendete seinen Gesang.
Er sang in Neapel mehrere Male und für einige Tage. Dann, nachdem er seiner Stimme eine Ruhepause gegönnt hatte, schlich er sich – voller Ungeduld - heimlich von den Thermen ins Theater.
25,1: Zurück aus Griechenland in Neapel, der Stadt, in der Nero seine künstlerische Taufe empfangen hatte, ritt er mit weißen Pferden ein. Zuvor hatte er, dem Brauch der Sieger gemäß, einen Teil der Stadtmauer niedergeschlagen.
Tac., Anm. XV, 33: Er wagte nicht in Rom zu debütieren, so wählte er Neapel, eine fast griechische Stadt. Ihm zu Ehren und durch ein solch außergewöhnliches Ereignis angezogen, versammelte sich das ganze Volk der Städte, nahegelegenen Kolonien und Gemeinden, selbst Scharen bewaffneter Soldaten folgten Nero und sie alle füllten das Theater Neapels.